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16 Mai 2008

The Big Brown

Gerade fiel mir ein, dass ich bisher noch nichts über die US-Wahl geschrieben habe. Nun, liegt vielleicht daran, dass Barack Obama mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit das Rennen der Demokraten machen, John Edwards sein Vize wird und Hillary Clinton viel Geld für nichts verpulvert hat.

Eine nette Anekdote entdeckte ich in der von mir immer weniger geschätzten Weltwoche. Demnach war Clinton vorige Woche am Kentucky Derby in Louisville zu Gast und setzte ihr Geld auf Eight Belles, die einzige Stute im Rennen. Traritrara, das Pferdchen schaffte nur Platz zwei. Gewonnen hat der Favorit: Big Brown. (potentiell rassistischen, beziehungsweise sexistischen Subtext ausnahmsweise kurz ausblenden, die Geschichte ist einfach zu gut).

Go Obama!

06 Dezember 2007

Haider geht ins Tollhaus

Viel wurde schon geschrieben über Jörg Haiders Ausflug ins Metier. Aber die Presseaussendung seines Sprechers und Intimus Stefan Petzner setzt dem ganzen die linguistische Krone auf:

Klagenfurt (OTS) - Als Reaktion auf die Medienberichterstattung
und die öffentliche Diskussion rund um einen Disco-Besuch des
Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider im "Tollhaus" in Spittal in
der Drau wird Landeshauptmann Jörg Haider, morgen, Freitag um 23.00
Uhr neuerlich das "Tollhaus" in Spittal an der Drau besuchen und der
dort stattfindenden "Nikolo-Party" beiwohnen.

Die Vertreter und Vertreterinnen der Medien sind herzlich eingeladen,
den morgigen Besuch des Landeshauptmannes im "Tollhaus" in Spittal an
der Drau zu begleiten, um sich vor Ort ein wahres und authentisches
Bild über den Umgang des Landeshauptmannes mit Jugendlichen zu
verschaffen. Besonders herzlich eingeladen ist der deklarierte
Haider-Hasser und Paradelinke Herbert Lackner vom Nachrichtenmagazin "profil", der an dieser Stelle darauf hingewiesen wird, dass es eine
Altersgrenze nach unten, aber keine nach oben gibt und er daher
seinen Mitgliedsausweis vom Pensionistenverband der SPÖ nicht
vorzuweisen braucht. Fotografen sind ebenso ausdrücklich erwünscht
wie heuchlerische Kritiker, neugierige Schlüssellochgucker und
doppelbödige Moralapostel.

Nicht erwünscht sind bürgerferne und gouvernantenhafte Politiker wie
Gabriele Schaunig-Kandut. Weiters Politiker wie Alfred Gusenbauer,
die nur an den Wählerstimmen der jungen Generation interessiert sind,
nicht aber an der Jugend selbst und deren Anliegen und Sorgen.
Weiters unerwünscht sind Politiker wie Wolfgang Schüssel, die sich in
einer Disco am Klo versteckt halten, aus Angst, einem Jugendlichen zu
begegnen. Und schließlich völlig unerwünscht sind spießige und fade
Politiker wie Willi Molterer, die eine Disco in Anzug und Krawatte
besuchen und im Umgang mit der Jugend verkrampft und damit
unglaubwürdig sind.

Um Missverständnissen vorzubeugen wird bereits im Vorfeld darauf
hingewiesen, dass Landeshauptmann Jörg Haider nicht Veranstalter
dieser Party ist, sondern ein Gast wie alle anderen Besucher der
Nikolo-Party und wie die vielen tausenden Österreicherinnen und
Österreicher auch, die am Wochenende Partys und Veranstaltungen
frequentieren. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Landeshauptmann
Jörg Haider als Gast auf dieser Party nicht für die Kontrolle der
Jugendschutzbestimmungen zuständig ist und schon gar nicht für den
Alkoholkonsum eines jeden einzelnen Gastes verantwortlich gemacht
werden kann.

Bleibt am Schluss nur noch zu sagen: Let´s party und bis Morgen!

Coole Sache. Wird eigentlich nur mehr davon getoppt.

02 Dezember 2007

Chronologisches zum Sonntag

Sollte Interesse an meinem Leben bestehen, in der letzten Woche habe ich:

  • Zwei Songs in einem atmosphärisch und persönlich wunderbaren Studio in Graz aufgenommen
  • die erste Version der bald kommenden monochrom-CD gehört
  • die unglaublich beeindruckende Butoh-Tänzerin Sachiko Ishikawa kennen gelernt.
  • eine (eventuell revidierbare) Job-Absage bekommen.
  • viel gearbeitet
  • viel zu wenig geschlafen
  • eigentlich viel zu bloggen gehabt,
  • aber irgendwie keine Lust darauf verspürt

21 September 2007

Taugshow # 14

Nach einer Ewigkeit wieder einmal in Wien. Und das auch noch heute Abend! Illustre Gäste (Emmanuel Goldstein und Jason Brown), erlesene Musikanten (Georg Gratzer und Thomas Mauerhofer) und zwei special guest hosts: Nikita Chrusov und Gennadyi Moloshnikov.

Kommen! Weitersagen! Trotzdem kommen!

Infos:

++TAUGSHOW #14++
Friday, September 21, 2007 / 8:30 PM @ Metalab, Vienna

// EMMANUEL GOLDSTEIN ON HACKING AND POPULAR CULTURE

Hacking is, very simply, asking a lot of questions and refusing to stop asking. He says this is why computers are perfect for inquisitive people -- they don't tell you to shut up when you keep asking questions or inputting commands over and over and over. But hacking doesn't have to confine itself to computers. Anyone with an inquisitive mind, a sense of adventure and strong beliefs in free speech and the right to know most definitely has a bit of the hacker spirit in them.

We’ll ask Emmanuel Goldstein about hacking and popular culture.

Eric Gordon Corley, also frequently referred to by his pen name of Emmanuel Goldstein, is a prominent figure in the hacker community. He and his non-profit organization 2600 Enterprises, Inc., together publish a magazine called “2600: The Hacker Quarterly“, which Corley founded in 1984. He hosts a weekly radio program in New York called "Off the Hook."

// JASON BROWN ON NON-HUMAN ENTITIES AND COMMUNICATION

How would non-human entities communicate with the primates of earth? Would they use radio signals? Or poorly built spaceships which inexplicably crash in the desert? Or would they communicate through highly charged symbols and bizarre psycho-sexual performances?

Jason Brown is an ambient noisemaker, constellation manipulator, and paranoid historiographer. He is consigliere of Machine Project, a Los Angeles based non-profit which encourages heroic experiments of the gracefully over-ambitious. He is director of Superbunker, a framework for conducting and disseminating critical and creative research. He was a founding member of c-level, a collaborative group which focused on media, protest and play. He is acting janitor of Betalevel, an underground venue beneath Chinatown. He is an instructional technologist at Pomona College.

/// Regulars:

EVELYN FÜRLINGER, MA.

Evelyn presents "Wicked Wordz", our regular column about lingustics.

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/// Showband:

CARYSFORT STORIES

Georg Gratzer is a classically trained musician and plays saxophones, bass clarinet, flute and percussion. He has studied jazz saxophone in Austria and plays in a successful folk band there.

Georg brings elements from all over the musical world to his jazz improvisations and compositions. Currently he is exploring extended woodwind techniques creating entirely new sounds.

Thomas Mauerhofer trained in classical guitar, studied jazz guitar at the prestigeous Graz University, and plays in rock bands. He has developed a huge repertoire of guitar music and styles, which he brings to his jazz improvisations with sublime ease.

Thomas is also a producer and director and continues to "play" the computer to create new musical textures.

Save the Routemaster!

08 September 2007

Innsbruck, 1. Mai 1946

Man beachte die Kombination "Schützen" und "Fahnen". Ich hab's ja immer schon gewusst.

via Föhn

07 September 2007

Du bist's, mei Präsident

Der Bundespräsident betonte die guten Beziehungen zwischen Kirche und Staat und nutzte seine Begrüßungsansprache auch für politische Botschaften. So sprach er die "Gleichwertigkeit aller Menschen - Männern und Frauen" an.
Wer sich zu dieser und zum Grundsatz "sozialer Gerechtigkeit" bekenne, "muss auch für gleiche Lebenschancen eintreten", erklärte er gegenüber dem Papst. (Quelle)

Nicht der Inhalt entzückt, sondern der Anlass! Ein Agnostiker als Bundespräsident. Österreich, manchmal vermagst du sogar mich zu berauschen. A irrer Heinzi.

28 August 2007

Das Sommerjoch der Unterdrückten

Sommer. Verfluchte Hitze, in der sich Bakterien-Cocktails suhlen, gefolgt von modischen Grenzgängen. Sommer. Bekannte in fremden Gefilden und Freunde, die ihre Arbeitsmoral verfluchen. Sommer. Die zu heißen Tage gehen in die zu kühlen über. Konzept Schanigärten gescheitert. Großteils. Sommer. Brennende Wälder und tote alte Menschen. Vielerorts. Jeweils. Sommer. Löcher. Oftmals in der Steiermark. Immer Drechsler.

Homo-Ehe? Mutig aber nutzlos. (sogar die Terminologie tat dem Grübchen Recht). Tempo 160? Nutzlos aber noch nutzloser. Neutralität? Gut gemacht, Christopher. Sprecht es aus, Chöre des Konservativismus! Legt eure Genitalien auf den Gabentisch und fegt hinweg über Erb- und Altlasten der Gründer. Wer, wenn nicht ihr?

Doch dennoch. Typisches. Schwarzes. Beschissenes. Nicht gar Europa im Hinterkopf. Wie könnte man nur? Die NATO muss es sein. Goldhaubenverbot für Keltendörfer, mag man da fordern. Muss man eigentlich auch. Perspektivengruppen für den Unfisch. So schaut’s nämlich aus. Dementi. Rückrudern. Programmierte Unruhe? Systemstabilisierendes Contra? Das Sommerjoch der Unterdrückten.

Christopher Drechsler (rechts, ÖVP) mit Kurt Flecker (klein, SPÖ)

01 Juli 2007

European Youth Media Days 2007

So ganz medienadäquat ist diese Nachbetrachtung ja kaum. Erstens habe ich geplant, jeden Tag, live quasi, zu berichten. Dies war aufgrund mangelnder Konnektivität allerdings nicht möglich. Außerdem wollte ich mein Sorgenkind Acer Aspire nicht dauernd rumschleppen. Das zweite Versäumnis ist eine passende visuelle Untermalung. Fotos hab ich zwar ordentlich gemacht, aber ich kann mein Verbindungskabel auf Gedeih und Verderben nicht finden. Dabei würde das ein so herrliches StudiVZ-Album abgeben. Aber was nicht sein will, eh scho wissen.

Also dann.

Von 27. bis 30. Juni war ich im Rahmen der European Youth Media Days in der so genannten europäischen Hauptstadt Brüssel. Eine doch recht hässliche Stadt. Aber davon später. Nach drei unschuldigen Stunden Schlaf machte ich mich auf, um den Sky-Europe-Flug um 6.50 zu erwischen. Furchtbar. Im Flughafen-Inneren hatte kein Lokal geöffnet. Also keinen Kaffee. Nur Zigarette um Zigarette im heimeligen Raucherglaskäfig. Hindösend und die Morgenstunden verfluchend wartete ich. Im Hintergrund vernahm ich junge Stimmen, die die Tags "Brüssel", "Medien" und "du auch?" inflationär verwendeten. Aber ich war zu müde zum Socializing. Wurscht. Den ganzen Flug verpennt.

Ankunft in Brüssel. Interessanterweise im Stadtmarketing das "Heart of Europe" genannt. Dabei kam ich doch gerade von dort. Bypass? Mit dem Zug in die Stadt. Gare Central. Der hässlichste Bahnhof, der mir je unter die Augen kam. Und dabei war ich schon in Santa Clara und Bruck an der Mur! Die Unterlagen sagten, zur Station "Comte de Flandre" fahren, und dann "follow the signs". Keine Signs ersichtlich. Umherirren. Signs entdeckt. Müdigkeit. Youth Hostel "Generation d'Europe" entdeckt. Katja, die bisweilen herzlich Englisch sprach, wies uns darauf hin, dass die Zimmer erst ab ca. halb drei zu beziehen sind. Also eh schon in fünf Stunden. Sitzend schlafen. Essen mit den Menschen, die auch da waren. Zwei Deutsche, eine Litauerin (?) ein Maltese (!) und ein Schwede der klang wie ein Engländer. (So wie alle anderen Schweden auf diesem Ereignis übrigens auch). Zimmer endlich bezogen. Acht Betten. Keine Zeit zum Schlafen. Auf ins Parlament. "Hurry up!" Nicht das letzte Mal, dass ich diese unsägliche Phrase ins Gesicht gedroschen bekam.

Im Parlament Julian getroffen. Ohne Erlaubnis fotografiert. Das dafür dauernd. Kennenlern-Spielchen waren nun angesagt. Erste unkritische Grundstimmung erkennbar. Es war ein Fragebogen gemeinsam auszufüllen.

Frage: "Where does Europe start, where does it and?"
Meine Antwort: "Poland"

Das kam dann nicht so gut an. Ich hatte dummerweise "Holland" verstanden, als sich mein Gruppenmitglied Anna vorstellte. Leider war der erste Buchstabe doch anders.

Es begann die offizielle Eröffnung. Parlamentspräsidenten, Organisatoren (fast ausschließlich Deutsche), und interessante Auslandskorrespondenten. Ehrlich gesagt, waren das die einzig wirklich interessanten Speaker. Denn wie komm ich dazu, dafür zu sorgen, die EU in ein besseres Licht zu rücken. Das ist definitiv nicht mein Job. Und mitdiskutieren war sowieso nicht drin. Dafür aber große Müdigkeit. Die Kantine des Parlaments ist übrigens unverschämt billig. Soviel zu meinen Steuergeldern...

Versorgt mit einem Fresspaket auf in die Landesvertretung Baden-Würtemberg. (Übrigens teilen sich in Brüssel Nord- und Südtirol ein Repräsentationshaus. Together at last?) Komische Olé-Schrei-Choreographien. Gratis Sekt, Brezen und Rothaus-Bier. Eigentlich wollte ich nur eines trinken. Es wurden mehr. Eine easy-listening-Jazzfraktion enttäuschte nicht. Alle paar Sekunden wurde mein Namensschild gepackt. Ich tat das selbe bei fast jedem, der mir begegnete. Mit Alexander, einem deutsch-Bulgaren schuf ich das Konzept der Social-Smoking-Partnership. Er hielt sich in den folgenden Tagen jedoch kaum dran. Ich war langsam ordentlich besoffen. Aber nicht so, dass ich nicht todmüde geworden wäre. Schade eigentlich, denn am späteren Abend kam noch die Polizei. Einmal in die Depandance des deutschen Bundeslandes, ein anderes Mal in eines der Hotels, wo wir wohnten. Ein besoffener Finne konnte es nicht lassen, einer weiblichen Teilnehmerin mit dem Ellbogen ins Gesicht zu dreschen. Er flog aus Hotel und Konferenz. Die Finnen.

Endlich Schlaf. Um fünf Uhr geht der Wecker. Welcher Idiot das auch immer war, um 6.15 scheuchte er uns aus dem Bett. Ich will jetzt ja nicht Kapo schreiben, deshalb tu ich's auch nicht.
Katja hätte es sicher gefallen. Das Frühstück war erwartbar. Immerhin Melange. Nachdem wir um sieben weg mussten, um ja um acht im Parlament zu sein, warteten wir dort eine Stunde bis es losging. "Organisation Merde" kam mir da gar in den Sinn. Wieder ein Panel. Diesmal mit Vertretern aller Fraktionen im Parlament. Nur nicht mit den Rechten. Schade eigentlich. Swoboda war gut. Ansonsten war ich eher müde. Dafür gab es einen Butler, der allen Kaffee einschenkte. Nur nicht der spanischen Script-Schreiberin hinter mir, die sich darüber noch oftmals beschweren sollte. Dann die erste Gruppenteilung. Zu Fuß in den Council. Ein interessanter Vortrag über europäische Außenpolitik. Die Frage nach der österreichischen Realität wurde mit einem zaghaften Lächeln abgetan. Mittagessen in der Besucherkantine. Manche der Verantwortlichen sollen sich ja vorgedrängt haben. Pah! (Du nicht, Marijana. Du warst super!)

Am Nachmittag die erste Workshop-Besprechung. Es hatte keiner eine Ahnung. Wir wurden instruiert. Ein paar Stunden Zeit um ein 16-seitige Ausgabe der Zeitschrift workout herzustellen. Themenverteilung. Der Vorschlag einer Umfrage mit dem Inhalt "Was bedeutet Europa für Sie" wurde zum Glück abgeschmettert. Ich meldete mich für eine Geschichte über das Atomium an. Das wollte ich sowieso immer schon mal betreten. Perfekt an sich.

Das Abendpanel hab ich geschwanzt, dafür aber fast das Buffet verpasst. Unfassbar! Gefüllte Baguettes mit allerlei und wieder Sekt. Danach ging es in Gruppen (!) in die Altstadt. Das unmögliche Unterfangen entlarvte sich sehr schnell, als wir österreichische Teilfraktion (Julian, Marijana, Anna, Carina und eine deutsche Jung-Liberale) partout sitzen bleiben wollten um endlich Bier zu trinken. (Und das mit dem pinken Mädchen-Bier fand ich wirklich nicht so tragisch) So ging es dann weiter. Schließlich tauchte auch noch der wahnsinnige Ungar auf. Wir gingen zu Fuß nach Hause. Übrigens war die Herberge im von vielen als Ghetto bezeichneten Teil der Stadt. Die waren halt noch nicht am Gries und können den Charme eines solchen Viertels nicht verstehen. Wieder kurzer Schlaf.

Irgendwann in den frühen Morgenstunden ein Geräusch. Gedacht als Wecker glich es eher einem Hinweis auf einen Bombenangriff. Alle waren wach und angepisst. Nur nicht der Urheber. (Also eher der Besitzer, aber was sind das schon für Begriffe. Mehr darüber gibt's hier) Frühstück ähnlich wie am Vortag. Das Gleiche eigentlich. Selbstorganisiert zum Atomium aufgebrochen. Zu spät angekommen. Schwarz gefahren. Meinen polnischen Kollegen warten lassen. Entschuldigung nochmals. Wir trafen uns schließlich um 3/4 neun. Das Atomium öffnet um zehn. Super. Auf die Suche nach Kaffee. Alles geschlossen. Ein tristes Viertel. Heysel-Stadion und so. Was sich drinnen so abspielte und was ich mir dabei so dachte, erscheint nächste Woche im Workout und wird dann natürlich hier gepostet. Aber Dopplungen werden vermieden. Deshalb Zeitsprung.

Es hieß ja, wir sollten bis zwei Uhr mit unseren Texten fertig sein. Das war ich auch. Die anderen nicht. Ich ging mit der seltsamen Estin essen (lautmalerisch bedenklich) und kam zurück, als alle noch an ihren Artikeln saßen. Meiner hätte durchaus noch Zeit gebraucht, gab ich ihm aber nicht. Immerhin. Nach ordentlicher Zeitverzögerung begann der Workshopleiter mit dem Layout. Um sieben soll er fertig gewesen sein. Dann ranzte das InDesign ab. Um Mitternacht war er dann endgültig fertig.

Wir hingegen machten uns auf den Weg ins Brüsseler Rathaus. Das steht übrigens am Grande Place, einer der wenigen schnuckeligen Orte der Stadt. Irgendwo hier soll Marx übrigens das Kapital geschrieben haben. Im Rathaus kam dann doch nicht der angekündigte Bürgermeister, sondern eine seiner Assistentinen. Eine Frau zum Verlieben. Um die 50, völlig benebelt, grinsend und schmachtend. Einfach herrlich. Wer auch immer sie ist, ich vergöttere sie. Danach begann die kleine Selbstbeweihräucherung der Organisatoren. Ich versteh das ja. Total. Keine Frage. Aber trotzdem. Sowas hat jeder schon mal gemacht. Klar. Naja.

Wieder Sekt und fancy Häppchen, die in großer Menge eingenommen durchaus füllend waren. Im leicht trunkenen Zustand gingen wir zurück ins Hostel, um dort noch ein paar "Jupiler" zu trinken. Manche begannen zu schwächeln. Mit Julian und anderen ging es dann irgendwann auf die Abschlussparty in Ric's Art-Boat. Was für ein Name. Zwei Boote, eines mit leichtem Minimal-House bis Timberlake, im anderen Discoknaller. Erstmals mussten wir alles selbst bezahlen. Ein anderer Finne (also nicht der Ellbogen-Wüstling) erzählte mir von seinen Sprachproblemen, Alkoholexzessen und dem Selbstmord seines Onkels. Dieser hatte sich eine Schlinge um den Hals gelegt und dann den Körper mit den Füßen von einem Ofen weg gepresst. Aha. Marijana meinte, ich müsse gerettet werden, Julian übernahm den undankbaren Part. War eh nicht so schlimm, aber schon besser so. Tanzen war nicht so drin. Zu wenig deep. (Wie gönnerhaft ich mich winde!) Bier um Bier beschlossen wir, auf das Schlafen gänzlich zu verzichten. Julian beeindruckte durch kontrolliertes Power Napping. Ich konnte mich einfach nicht in den Socializing-Wahnsinn einklinken. Dummerweise hatte ich nicht mal Stift und Papier dabei. Mal schaun, ob mir die wirklich alle ein mail schreiben. Irgendwann wechselten wir ins Disco-Boot. Almrauschatmosphäre. Art-Boat halt. Wage Tanzversuche. Irgendwann wechselte die Musik in James-Brown-Manier und ich in den Schlafmodus. Aufgeweckt von meinem Workshopleiter, der mir einen Rum mit Limette in die Hand drückte. Ich hatte gewürgt und gekämpft. Angestachelt von ständigen "Mann oder Mädchen?" tat ich mein Bestes. Es war hell geworden. Wir gingen heim.

Zuvor versuchten wir jedoch mit List und Tücke noch ein Zeichen zu hinterlassen. Nachdem es uns einfach nicht gelingen wollte, das Boot loszumachen (zu viele Taue) machten wir uns daran, das Eingangstor mit Klopapier zu verschließen. Wenn diese betrunkenen Jungjournalisten nicht gekommen wären, hätte das wohl ordentlich Panik ausgelöst. Begleitet vom maltesischen Fernsehreporter und seinem gegröhlten "It's allready morning" kämpften wir Meter um Meter gegen ein Schiff namens Emma. Wir gewannen.

Rechtzeitig zum Frühstück angekommen wurden wir Zeugen eines denkwürdigen Eierpeck-Contests zwischen Frankreich und Italien, der mit einem bedenklich weißen Fleck auf der Hose des Franzosen endete. Duschen, umziehen, Abfahrt. Müdigkeit. Hoffung und allerlei. Unsere polnische Begleiterin Richtung Flughafen definierte die Musik des Vorabends/-morgens mit einem gezielten "Plum Plum". Sie hatte wohl ordentlich Recht. Ersten Zug verpasst. Machte aber nichts. 40 Minuten vor Abflug am Check-In. Vor uns eine Österreicherin, die mit sagenhaften 50 Kilo Übergepäck beschäftigt war. Kilometerlang durch die Flughafen-Mall geschliffen. Gate erreicht. Anna und Carina noch nicht da. Flug hatte (Sky halt) 30 Minuten Verspätung. Große Freude auf Schlaf. Keine Chance. Eine Schülergrpuppe in grünen T-Shirts machte den Flug zum Horrortrip. Julian bekam sogar einen Rucksack auf den Kopf. Versöhnlich nur die Stewardessen-Ansage mit slowakischem Akzent: "Meine Damen und Herren. Wir befinden uns im Landeanflug auf Berlin." Alles egal.

Ankunft. Schlaf. Stundenlanger Schlaf.

Fazit: Eine durchaus nette Veranstaltung, der es jedoch an Neuem und Interessanten leicht mangelte. Die Idee eines EU-weiten Netzwerkes junger Journalisten ist durchaus verfolgenswert. Aber wenn dieses Netzwerk von einer politischen Institution ausgeht, sollte man etwas vorsichtig sein. Und die unkritische Grundstimmung machte es unmöglich Sinnvolles anzusprechen und Ungeliebtes zu thematisieren. Was Brüssel betrifft, so ist es nicht viele Reisen wert. Und wenn, dann ja nicht mit SkyEurope.

P.S: Fotos folgen, wenn ich das beschissene Kabel endlich gefunden habe.

13 Juni 2007

Es geht doch!

Schimon Peres hat endlich mal eine Wahl gewonnen. Ich gratuliere herzlich dazu. Zeit wird's.

23 Mai 2007

Räuber, Wegelagerer, Premierminister?

Der neue französische Premierminister heißt Francois Fillon. Hmm...

17 Mai 2007

Posen mit Worten #2: Der Schlurf

Menschen, die des österreichischen Idioms an sich mächtig sind, verwenden den Begriff "Schlurf" gerne als herablassende Bezeichnung eines Heranwachsenden, der sich nicht in gesellschaftliche Muster und kulturelle Gegebenheiten integrieren will. In Deutschland hätte man ihn früher einen Halbstarken genannt. Ein als Schlurf bekannter junger Mensch bevorzugt die Praktik des Komatrinkens, oder, wie der sehr geehrte Herr Magister Rafreider das nennen würde, die interessante Tätigkeit "Festplatte löschen".

Aber das ist alles grundlegend falsch! Jawoll!

Ein Schlurf war nämlich etwas höchst Bewundernswertes und Erinnerungswürdiges. Aus einem Internetforum: "Der Schlurf - ein sich durch Kleidung und Haartracht als unangepasst zeigender Jugendlicher, der unerwünschte Musik hörte; in der Nazi-Diktatur natürlich entartete, also "Neger-Musik". Umerziehungslager mit dem Ziel des Brechens der Persönlichkeit drohten."

Im neuen ORF lief sogar eine leider nicht gesehene Dokumentation: "In den dreißiger und vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entschieden sich Tausende Jugendliche für eine Lebenskultur, die im diametralen Gegensatz zu den Idealen des nationalsozialistischen Regimes stand. Die Dokumentation erteilt jenen das Wort, die - obgleich als Jugendbewegung von den Nazis verfolgt - später niemals als NS-Opfer anerkannt wurden, für deren Geschichte sich bisher nur ein kleiner Kreis von Fachleuten interessiert hat und deren Name auch heute noch - Jahrzehnte nach Ende der Naziherrschaft - ein Schimpfwort geblieben ist."

Verbreitet die frische Kunde!

08 Mai 2007

Tube it out, Tony!

Tony Blair, dauergrinsender Aublaufpolitiker und seltsamer Interpreteur sozialistischen Denkens hat sich auf die Egomanie-Plattform youtube gewagt. Und nicht nur das! Er gratuliert dem scheinbar von Albert Uderzo gezeichneten französischen Kärcher-Lobbyisten Nicolas Sarkozy. (der, wie die Recherche ergab, neben dem Präsidentenamt nun auch noch Co-Fürst von Andorra genannt werden muss) Und das auch noch auf französisch. Wie krass ist das denn?



via Spiegel Online

01 Mai 2007

Wien, Prater, 1. Mai

Ja, diesen Titel gab es bereits einmal auf dieser Informationsplattform, genauer verlinkt hier. Schön war's auch heuer. Frühmorgens geweckt durch marschierende Genossen mit Blaskapellenmusik, am fortgeschrittenen Nachmittag schließlich in den Prater, schnurstracks in Schweizerhaus und den Magen mit einer imposanten Stelze gefüllt. In Sichtnähe zum Bürgermeister gesessen. Hier ein paar optische Impressionen:

Ist die Nase gar echt?


achten Sie bitte auf das verdächtige Fähnchen


Die Anti-Rauchergesetze führen zu zunehmend aufwändigeren Behördengängen


romanistisches Schengen?


Wenn Fonds Heuschrecken sind, ist ein Bausparvertrag dann...


Sehet sie kommen, kommen in Bussen, unsere Länder zu entsäkularisieren!

26 April 2007

remember, remember...

Auf den Tag 70 Jahre ist es heute her, dass die Legion Condor, eine Formation der nationalsozialistischen deutschen Luftwaffe die baskische Stadt Gernika (spanisch: Guernica) dem Erdboden gleich machte. Ziel des Überfalles war die Zerstörung einer Brücke, die jedoch von keiner einzigen Bombe erwischt wurde. Stattdessen fielen die ca. 22-40 Tonnen Fliegerbomben in das Stadtzentrum, zerstörten 80 Prozent aller Bauten und töteten hunderte, wenn nicht gar tausende Menschen (die Zahlen variieren je nach Gesinnung).

Zerstörung

Bekannt wurde das Massaker auch durch das Gemälde von Pablo Picasso, dessen Nachdruck Colin Powell unbedingt aus dem Sicherheitsrat der UNO entfernen lassen wollte:


Was sonst noch so am 26. April passiert ist? Das flog in die Luft, wodurch ich mehrwöchiges Sandkistenverbot erhielt. Wahrscheinlich wollte ich deshalb niemals Bundeskanzler werden. Und meine Eltern feiern ihren Hochzeitstag. Somit wäre die Weblog immanente Selbstbezüglichkeit auch noch gegeben. Immerhin.


29 März 2007

Wenn PR-Agenturen große Budgets haben...

... dann kostet eine Pressekonferenz halt mal 96 ooo EURO. Die Rumpolds (nahezu lautmalerisch) haben dafür auch ordentlich was aufgeboten, wie folgende Bilder veranschaulichen:


Wird bereits auf die Vorzüge des Eurofighters eingestimmt, Herbert Scheibner

Nach langem Suchen fanden sich diese beiden imposanten Bilddokumente sowie der ortographisch und inhaltlich bedenkliche Bilduntertitel auf einer Unterseite des Österreichischen Bundesheeres, das übrigens auch mit einer schönen Fehlermeldung seine Kreativität unter Beweis stellt.

(Von der anscheinend wohl situierten PR-Agentur 100 % Communications konnte leider keine Onlinepräsenz gefunden werden)

30 Jänner 2007

Zivildiener, Untaugliche und die Freuden der Langeweile

In diesen Zeiten gelten Zivildiener als unfähig für den Beruf des Verteidigungsministers. Dabei wurde dieses Amt bereits 10 Jahre lang von einem Untauglichen ausgeführt, der in den nächsten Tagen seine wohlverdiente Ministerpension antreten wird (die er jedoch bereits seit 2003 kassiert). Ehrlich gesagt, mir war gar nicht bewusst, dass er dies nicht schon längst getan hat. Ein letztes Danke für den Beweis, dass Langeweile ein viel zu unterschätztes Gut in der österreichischen Politik ist.

Das Gesicht des ÖAAB

28 Jänner 2007

Intellektuell fragwürdig?

FPÖ-Bundesreferent Karl Heinz Grünsteidl hatte um 1 Uhr nachts das Bedürfnis, eine Presseaussendung via OTS zu versenden. Daraus nun die schönsten Zitate:

Grünsteidl bezeichnete die Aufregung um die Strache-Fotos als völligabsurd. "Einerseits fühle ich mich an die US-amerikanische Serie ‚Flash Gordon’ erinnert, andererseits an James Joyce und seinen Schüler Samuel Beckett. Das ist nicht positiv gemeint."

Genau darum geht es: Um das Reich des Menschen. Um den Menschen schlechthin. Dafür treten wir ein, in all unserer zugegebenermaßen intellektuellen Fragwürdigkeit. Aber genau deshalb forcieren wir die Frage nach dem Menschen.

Genau dafür, sagt Grünsteidl, steht die FPÖ. "Das Reich des Menschen hat begonnen." Die FPÖ stehe dafür, dass Menschen zu keiner minderwertigen Ware mutieren, wie es etwa in dem Science-Fiction-Film "Gattaca" der Fall sei. "Die Menschheit", sagt Grünsteidl, "darf nicht zu einem Gen-Experiment verkommen." Deshalb stehe die FPÖ ein gegen Gen-Experimente jedweder Art. "Die Gedankenspiele eines Michel Houellebecq bergen durchaus ihren Reiz", meint Grünsteidl. "Aber in Wahrheit sind sie nur dazu gedacht die Auflage seiner Bücher zu erhöhen. Das Wasser war kalt, damals. Jetzt ist es lauwarm, bestenfalls."

Grünsteidl zündet sich jetzt eine Zigarette an. Gauloises rouge. Wen juckt’s. Denn Grünsteidl- Pressesprecher der FPÖ - treibt so manches. Er raucht. Und trinkt alles, außer Alkohol. Cola light rules!

That’s Steidl (rücktrittsreif, spätestens seit heute) Andererseits: Eventuell bin ich Michael J. Fox oder Charlie Sheen...

PS.: Falls irgedneine faszinierende reiche junge Frau sich für mich interessiert, bitte hurtig melden!

Ich bin und bleibe sprachlos.

27 Jänner 2007

23 Jänner 2007

Gebet wirkt 100%-ig

Frau Dr. Gudrun Kugler von der Wiener ÖVP spricht aus, was sie sich so über die Macht des Gebetes, Hurricans gegen Homosexuelle und den Zustand der Wiener Gesellschaft denkt.

Amüsant und furchteinflößend zugleich.