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15 März 2008

Satz des Augenblicks V

Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche, spricht in einem Standardinterview:

Bei den Schweizern schlägt immer diese protestantische Freudlosigkeit durch, auch eine gewisse Unerbittlichkeit. Da wäre sicher diese Grundlässigkeit wünschenswert, wie sie die katholischen Österreicher pflegen. Die brauchen sich weniger darum scheren, dass ihnen heute auf den Kopf fällt, was sie gestern gesagt haben. Die Katholiken können dank der Beichte wohl generell etwas flexibler mit der Realität umgehen. Die Schweizer tun sich damit bedeutend schwerer.

via BOOMBL1TZ




10 Dezember 2007

07 September 2007

Du bist's, mei Präsident

Der Bundespräsident betonte die guten Beziehungen zwischen Kirche und Staat und nutzte seine Begrüßungsansprache auch für politische Botschaften. So sprach er die "Gleichwertigkeit aller Menschen - Männern und Frauen" an.
Wer sich zu dieser und zum Grundsatz "sozialer Gerechtigkeit" bekenne, "muss auch für gleiche Lebenschancen eintreten", erklärte er gegenüber dem Papst. (Quelle)

Nicht der Inhalt entzückt, sondern der Anlass! Ein Agnostiker als Bundespräsident. Österreich, manchmal vermagst du sogar mich zu berauschen. A irrer Heinzi.

03 September 2007

Preiset!

Kollegin Feuerfisch wird mir sicher wieder Klerikal-Fetischismus vorwerfen. Aber was soll ich tun, wenn mancherorts gar meine Seligsprechung gefordert wird? (auch wenn...)

Und wenn der das geschafft hat und bei dem bereits die Verhandlungen laufen, warum nicht auch ich?

11 August 2007

Die unzerstörbare Güte des Antibiotikums

Donnerstagnachmittag war es soweit. Die Chortison-Antibiotika-Behandlung, die ich seit Tagen meinem Körper zumutete, hatte endlich ihren Break-even-Point erreicht. Nach bis zu 13 Stunden Schlaf konnte ich zum ersten Mal seit über 2,5 Wochen wieder den Umständen entsprechend normal gehen. Kein allzu schmerzverzerrtes Gesicht mehr, kein Anhalten an allen erdenklichen Gehstützen, keine Bewegungen, die einem spirituellen auf Kohle gehen gleichen. Große Erleichterung.
Wo wir (sprich Ich, oder ich) gerade beim Spirituellen sind. Wie hier bereits berichtet, bekomme ich täglich eine Nachricht direkt aus der Kommandozentrale des Transzendellen, dem Vatikan. Abgesehen davon, dass die SMS immer später kommt und die kurzen Botschaften zumeist ziemlich langweilig und außerordentlich vergessenswürdig sind, verkriecht sich im gregorianischen Kalenderspruchschwall hie und da ein hübsches Etwas. Heute zum Beispiel:

Wer Gott liebt, weiß, dass es nur eine wirkliche Bedrohung für die Menschen gibt: Die Gefahr, Gott zu verlieren.

Ehrlich gesagt, würde ich niemals so vermessen sein, Gott als mein Hab und Gut zu betrachten. Man denke nur an die Problematik des geistigen Eigentums. Transferieren wir verlieren zu nicht glauben, was die Herren am christlichen CMS wohl auch tatsächlich meinten. Das könnte ich für mich beanspruchen. Bedrohung lässt sich noch keine erkennen. Fundamentalistische Atheisten, die voll besetzte Busse in die Luft sprengen. Ich denke kaum...

Apropos Glaube. Am 4.8. kam das daher:

(...) Ein finsterer, mürrischer, egoistischer Glaube ist Fehlglaube.

Na geh! Dabei ist das Düstere doch das einzig Interessante am Katholizismus. Und wenn Egoismus mit wahrer Christenheit unvereinbar ist, wer erklärt das Martin Bartenstein? Ich sicher nicht.

Einen Tag zuvor musste ich lange über den Sinn der Botschaft nachdenken:

Vor der Frage nach Gott ist dem Menschen Neutralität nicht eingeräumt.

Ich kapier's einfach nicht. Bitte um Nachhilfe, werte theologisch bewanderte LeserInnenschaft. Darf ich Gott nicht so sehen, wie ich will? Freier Wille und so? By the way, SMS vom 10.8.:

Das Geheimnis der Herrlichkeit ist die Freundschaft mit Christus und die treue Zustimmung zu seinem Willen.

Ha! Erwischt! Alles Schall und Rauch! Aber die Friedenstaube schoss das wunderbare Service am 1.8. ab. (Anführungszeichen sind wie im Original gesetzt):

Auch "Nach Ausschwitz" (sic!), nach den tragischsten Katastrophen der Geschichte, bleibt Gott Gott; bleibt er gut mit einer unzerstörbaren Güte.

Nicht einmal, wenn man jedes einzelne Opfer der menschlichen Geschichte ignoriert, könnte man diese Einstellung "frech" nennen. Okay, der Satz ist auch ortographisch Scheiße, aber das soll jetzt ausnahmsweise mal nicht zur Debatte stehen. Denn die "unzerstörbare Güte", da bleibt mir schlicht die Luft weg.

So. Seit Tagen hab ich das Bloggen des vatikanischen Wahnsinns vor mich hergeschoben. Jetzt ist es raus. Die Religion lässt einen einfach nicht los. Wer sich nach Alternativen umsieht, die zwar ähnlich aber doch total konträr sind, der lese sich hier mal ein wenig ein. Und wer sich ganz spezifisch mit dem Kargo Kult auseinandersetzen will, dem sei die Himmelsgöttin des wunderbaren Christopher Moore ans Herz gelegt. Vorhang. Hoffen auf Applaus.


30 Juli 2007

Täglich einen Deut

Man stellt sich ja so manche Fragen, wenn man kurzzeitig unterbeschäftigt gebannt auf den Bildschirm starrt und die Statusentwicklung der berichteten Arbeit beobachtet. Eventuell wird man zur Mitte zitiert, um Rechenschaft abzulegen. Ansonsten verfolgt man das Tagesgeschehen, möchte so to say up to date bleiben. Dazwischen schaut man vielleicht, was sich da, hier oder dort tut.

Seit Sonntag aber gibt es einen täglichen Gedankenimpuls. Pünktlich zu dem Zeitpunkt, an dem das arbeitssame Volk für gewöhnlich unter der Dusche steht, füllt sich die Nachrichtenbörse des Mobiltelefons mit einem Satz. Gut, das mag jetzt an sich nichts besonderes sein. Aber Absender und im Speziellen der täglich wechselnde und dennoch gleich bleibende Inhalt, der ist besonders.

Um die Zeit zum Papstbesuch zu verkürzen, habe ich mich nämlich hier angemeldet. Nun flattert bis zum von spirituellen Stellen höchst überschätzten Besuch des Vatikan-Imperators täglich eine Botschaft des Kämpfers gegen den Relativismus daher. Schön ist das. Heute zum Beispiel wieder was gelernt:

Gott ist nicht irgendein fernes höchstes Wesen, an das man nie herankommt. Er ist ganz nah, in Rufweite, immer zu erreichen.

Eh scho wissen. In jedem Stein und so. Interessanterweise scheint sich die immer schon zweifelhafte Religionsgemeinschaft der undurchsichtigen Seligsprechungen langsam aber doch in Richtung realitätsferner Astro-TV-SpiritualistInnen zu begeben.

Mir kann’s ja egal sein. Die einzigen Dinge, an die ich glaube, sind sowieso nur die Französische Revolution und die Liebe. Wobei mir ersteres eher schöne Momente beschert, und das zweite mich schon fast wieder in die Arme der asexuellen Mutter Kirche getrieben hätte. Das war’s dann eigentlich auch schon wieder für heute.

23 April 2007

Posen mit Worten #1: Die Josefsehe

Dies ist der Beginn einer neuen Rubrik. Ziel dieser unregelmäßig erscheinenden Reihe ist es, den LeserInnen schöne Wörter zu präsentieren, die in diversen Small Talk Gesprächen eingeworfen werden können, um intelligent und allgemein betrachtet lässig zu wirken.

Lasset uns mit dem Begriff "Josefsehe" beginnen:

Eine Josefsehe (auch Engelehe, weiße Ehe, veraltet: Jungfernehe) ist eine Form der Ehe, in der die Partner insbesondere aus religiösen Gründen auf den geschlechtlichen Vollzug der Ehe verzichten. (mehr Infos: hier)

armer, armer Zimmermann Josef...

02 Februar 2007

Kleriker und Baumeister

Der äußerst seltsame Weihbischof Andreas Laun (besonders empfehlenswert: seine Rubrik "Heiteres") will Richard Lugner exkommunizieren. Grund ist die geplante Abtreibungsklinik in der Wiener Lugner City. Immer weiter so!

link

23 Jänner 2007

Gebet wirkt 100%-ig

Frau Dr. Gudrun Kugler von der Wiener ÖVP spricht aus, was sie sich so über die Macht des Gebetes, Hurricans gegen Homosexuelle und den Zustand der Wiener Gesellschaft denkt.

Amüsant und furchteinflößend zugleich.

24 Oktober 2006

Eingraben oder Verbrennen?

Es gibt eine dritte Option: Werden Sie nach ihrem Tod zum Diamanten! link

29 August 2006

Der Fisch im Schuh

Großartige Papstbesuchsdevotionalien gibt's beim Pilgerbüro Regensburg.

24 Mai 2006

Aber Audrey...

Gleich vorweg, alles nicht so schlimm, meiner Meinung nach. Der "Da Vinci Code", überall belächelt, kritisiert und schlecht geredet, ist doch ein nettes Stück Kino, dass trotz Überlänge (die mich 50 Cent gekostet hat) überraschend kurzweilig ist. Leider konnte ich meine boboesquen Standardsätze "He, das Buch ist viel besser" und meinen geheimen Favoriten "He, du musst das Buch auf englisch lesen" nicht anbringen, da ich den Film ca. gleich gut wie das Buch fand und ich grundsätzlich eher selten englischsprachige Bücher lese. Das soll jetzt kein Plädoyer sein, aber immerhin der Versuch einer gebrochenen Lanze. Oder so.

10 Mai 2006

Der große Titel

Jeglicher Kaiser von Österreich trug folgende Berufdbezeichnung, die unter dem Namen "Der große Titel" hält, was sie verspricht:

„(Name) Von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich, apostolischer König von Ungarn, König von Böhmen, von Dalmatien, Kroatien, Slawonien, Galizien, Lodomerien, Illyrien und Lombardo-Venetien; König von Jerusalem; Erzherzog von Österreich; Großherzog von Toscana und Krakau; Herzog von Lothringen, Salzburg, Steyer, Kärnten, Krain und der Bukowina; Großfürst von Siebenbürgen, Markgraf von Mähren; Herzog von Ober- und Niederschlesien, von Modena, Parma, Piacenza und Guastella, von Auschwitz und Zator, von Teschen, Friaul, Ragusa und Zara; gefürsteter Graf von Habsburg und Tirol, von Kyburg, Görz und Gradiska; Fürst von Trient und Brixen; Markgraf von Ober- und Nieder-Lausitz und in Istrien; Graf von Hohenems, Feldkirch, Bregenz, Sonnenberg; Herr von Triest, von Cattaro und auf der windischen Mark; Großwojwode der Wojwodschaft von Serbien ...“ link

und so weiter...

02 Mai 2006

Kill Christ:

Ein schöner Mix aus Passion Christi-Ikonographie und Kill Bill-Audiospur: Video