Alleine auf einen Happen gehen, das ist so eine Sache. Man betritt das Lokal, hofft auf einen freien Tisch. Man will ja nicht fremde Konversationen stören oder gar mit hineingezogen werden. Fast unmöglich diesbezüglich: Die MQ-Kantine. Noch bevor ich den tristen Gang in die Nichtraucherecke antrat, offenbarte sich vor mir ein kleines, freies Tischlein. Ich war zufrieden, packte mein Bobo-Magazin aus, bestellte meinen Bobo-Saft und entschied mich für das Bobo-Menü Nummer eins.
Sekunden später...
"Haben Sie sich da gerade hingesetzt, oder wollen sie gehen?"
"Ich sitze."
"Achso. Schade."
Sie wirkte bedrückt. Ihre ältere weibliche Begleitung war regelrecht erbost und stampfte Richtung Ausgang. Das kann man doch nicht zulassen, dachte ich mir und sagte: "Aber Sie können sich ruhig hersetzen."
Nun ist es ja so, dass ich, ist der erste Gram überwunden, ja gar nicht so ungern fremden Konversationen lausche.
Eine kurze Profilerstellung der beiden Damen: Ältere Dame (A) spricht über ihre Reisen nach Persien (gemeint ist Iran). Junge Dame (B) ist begeistert. B lebt mit ihrer Familie in London und ist auf Besuch hier. B möchte Persisch lernen. A fragt, ob B denn langweilig sei und erinnert B daran, dass es ihre eigene Wahl war, als Hausfrau und Mutter zu fungieren. B wirkt niedergeschlagen und stimmt zu. A hört nicht auf, B zu piesacken. "Bist in der Midlife Crisis, ha?" "Gibt dir dein Mann nicht genug Aufmerksamkeit, ha?"
Ich esse mein Essen, lese einen beliebigen Artikel und schweige.
A kann es nicht lassen, Curry mit [a] statt [ö] auszusprechen und beschwert sich darüber, dass die Suppe zu dünn sei. B scheint es langsam zu reichen. Ich bereite mich auf den Zahlungsprozess vor.
Plötzlich, die Involvierung.
B: "Sie sehen so aus, als würden Sie hier arbeiten, nicht wahr?"
Noch im Zweifel ob ich geehrt oder beleidigt sein soll, sage ich "Quasi".
Der belanglose Smalltalk beginnt.
A will zahlen und fügt hinzu: "Ich muss die Rechnung für meinen Neffen behalten."
Ich: "Aha"
A: "Der muss nämlich soviel Steuer zahlen."
Ich: "Aha"
A: "Wissen Sie, wer mein Neffe ist?"
Ich: "Nein"
A: "Wollen Sie es wissen?"
Ich: "Ja"
A: "Der Stefan Ruzowitzky, der den Oscar gewonnen hat."
Ich: "Net schlecht."
A: "A Wahnsinn, oder?"
Ich: "Ja. Zahlen bitte"
02 April 2008
Tante Oscar
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grr
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1:38 PM
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10 März 2008
Child in the Hood
Bud Spencer und Terence Hill drehen einen neuen Film und mir sind die Mandeln nachgewachsen und haben sich auch gleich ordentlich entzündet. Hallo Kindheit!
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grr
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8:43 PM
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Tags: Bekenntnisse, Fernsehkultur, gedanken, movies
21 Oktober 2007
Satz des Augenblicks I
Was für ein Blogging fauler Monat. Das wird sich aber auch kaum ändern. Damit sie mir die Kiste nicht ganz zudrehen, und sie, werte LeserInnen (falls da noch jemand ist) mich nicht zu hassen beginnen, einen schönen Satz. Jetzt.
Gehört in Planet Terror, gesagt vom wunderbaren Michael Parks:
"Ich habe den Hurensohn nie gemocht. Er war so nutzlos wie der Schwanz vom Papst."
Danke.
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5:46 PM
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19 September 2007
Plot Catcher
Inhaltsbeschreibungen mancher Filme lassen einen gar Großartiges erwarten:
Die Umweltkatastrophen auf der Erde häufen sich. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass der Weltuntergang unmittelbar bevorsteht.
Alleine da war schon klar, dass ich mir Scorcher sicher anschauen werde. Und seien es auch nur 10 Minuten, bevor ich einschlafe. Aber so munter wie das weitergeht:
Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es noch: Colonel Beckett und seine Eliteeinheit sollen in einem waghalsigen Einsatz das Überleben der Menschheit sichern. Einziger Haken an der Mission: Die Truppe muss eine Atombombe mit der zehnfachen Sprengkraft von Hiroshima mitten im Zentrum von Los Angeles zünden.
Um 0.20 Uhr auf ORF 1. Ich warte gespannt.
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12:06 AM
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11 September 2007
F.U.T.K
Nach den innerlichen Turbulenzen der letzten Tage wurde mir heute wieder die Kraft des Kinos bewusst. Und das kurz nachdem ich die sinnlose Auflistung in der Menüleiste dieses Blogs namens "gutes im Kino" endgültig entfernt habe.
Aber was mir da heute zuteil wurde, ist die wohl mit Abstand sympathischste und wunderbarste Musikantinnen-Truppe dies- und jenseits der Mason-Dixon-Linie. Emily, Martie, Natalie (und nunu für die Meinungsführerschaft hinsichtlich Filmauswahl), ich danke euch und verabschiede mich mit einem inbrünstigen F.U.T.K. You saved the new day.

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grr
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12:19 AM
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26 Juli 2007
Zum Tag
Nach einer kurzen Phase des voluminäsen Postens ging die Frequenz diese Woche erheblich zurück. Aber kann das noch wundern? Das ganze Wochenende über war ich im Kino. Dort hab ich Großartiges, Leichtes und Langweilig/Entzückendes gesehen. Heute war's eher lustig.
Darüber könnte ich nun Kritiken schreiben, was ich bisweilen dermaßen vermisse, dass es ein Graus ist. Aber ich mag nicht.
Kollegin Feuerfisch will mich aus Werbe- und Katzengründen zu "Liebesgschichten und Heiratssachen schicken. Klingt seltsam, ist es auch. Wahr ist es trotzdem.
16 Juli 2007
Vergangenheitsbewältigung
Ach. Heut hab ich mir gedacht, schön war's damals. Einfach so.
Hier gibt's alles zum Runterladen und Nachlesen.
10 Februar 2007
San Francisco, Day 1
Diesen ersten Eintrag gleich unter die Kategorie "Tag" zu stellen, mag ob der bis jetzt verbrachten Zeit in San Francisco etwas übertrieben sein, aber wollen wir die hübsche Betitelung mal beibelassen, damit das Ganze auch ordentlich was hergibt. Gut so.
Flug Wien-München: relativ unspektakulär. Mir fiel die außerordentlich großzügige Sitzfläche der Lufthansa auf, was sich später jedoch als lobenswerte Ausnahme herausstellen sollte.
Flug München-San Francisco: Neben mir saß ein Mann der aussah wie Tim Robbins, wäre er nie Schauspieler geworden und hätte folglich etwas weniger für sein Aussehen getan. Im Flugzeug befanden sich ca. 2000 französische Jugendliche, deren Englisch-Kenntnisse in mir blankes Entsetzen hervorriefen. ("Excuse, la bas, pourquoi? Öh, my friend, oui?"
Essen wurde zweimal serviert, war beide Male höchst verzichtbar. Beneidenswert war der Herr zwei Meter vor mir, der in der Business-Class aus einem schier unendlichen und höchst aktuellen Film-Repertoire aussuchen konnte, während ich auf die Knüller "A good year" (überraschend kurzweilig) und "The Illusionist" (überraschend beschissen) beschränkt war.
11 Stunden im Flugzeug, Schmerzen in den Knien forderte die Stewardess, auch nach dem "Erreichen der endgültigen Parkposition" sitzen zu bleiben, da vier Officers der Homeland Security kommen würden und einen freien Gang brauchen. Diese kamen auch und führten einen unscheinbaren Herrn ab.
Ach, was hatte ich doch für ein gutes Gefühl. Nur noch 5 Minuten, dann wäre ich außerhalb des Flughafens und könnte endlich rauchen. Alles lief prima. "Hello Sir", leicht zu reagieren, "What are you doing in San Francisco?", ach, doch nur ein wenig Urlaub, "How long will you stay" , ähm, naja, vier Tage, "And afterwards?", Mexico City...and so on, "Can I see your tickets, Sir?", Sure, "Okay, here we have Mexico City and....you are flying to Havanna?", Well, yes..., "What are you doing in Havanna?", well, I am Journalist...., "Please go to the next room and wait till an officer calls your name!"
Wieder nicht geschafft. Wieder die Extrarunde durch die Hallen der Homeland Security. Gut, es mag vielen unverständlich erscheinen, warum jemand über SF nach Havanna fliegt, aber so waren eben die Umstände. Ich betrete den Extra-Raum. Eine hübsche chinesische Frau vor mir. Sie lächelt. Der Officer erscheint. "Mam? Listen, you have to marry in the next 30 days, okay?" Ich blieb sprachlos. Wurde aufgerufen. blablabla...
"You need a Visa for Cuba?" Blöde Frage. "Can I see it?" Zeigst du mir deins.... "You had to pay for it?" Diplomatischer Informationsaustausch, ich war stolz und endlich frei.
Abgeholt, in die wunderbare Hat Factory gebracht (wo ich die nächsten Tage auch schlafen werde), gegessen und anschließend eine Führung durch die ästhetisch anmutenden Räume der Porno-Produktionsfirma Kink bekommen. Geschlafen. Aufgewacht. Gebloggt.
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grr
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6:43 PM
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27 Jänner 2007
Medien heute
Frisches Zitat aus Category 6 auf ORF 1:
Wir haben neue Zielgruppenanalysen erhalten. Die Zuseher wollen Reportagen über Menschen.
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grr
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10:30 PM
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24 Mai 2006
Aber Audrey...
Gleich vorweg, alles nicht so schlimm, meiner Meinung nach. Der "Da Vinci Code", überall belächelt, kritisiert und schlecht geredet, ist doch ein nettes Stück Kino, dass trotz Überlänge (die mich 50 Cent gekostet hat) überraschend kurzweilig ist. Leider konnte ich meine boboesquen Standardsätze "He, das Buch ist viel besser" und meinen geheimen Favoriten "He, du musst das Buch auf englisch lesen" nicht anbringen, da ich den Film ca. gleich gut wie das Buch fand und ich grundsätzlich eher selten englischsprachige Bücher lese. Das soll jetzt kein Plädoyer sein, aber immerhin der Versuch einer gebrochenen Lanze. Oder so.
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3:15 PM
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07 Mai 2006
Die Normale
Das gesellschafts- und wirtschaftspoltische Dokumentarfilm-Fest, heuer in Wien. (link)
Besprechung dazu hier.
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4:00 PM
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Tags: movies, österreich, Politik, wien
02 Mai 2006
Kill Christ:
Ein schöner Mix aus Passion Christi-Ikonographie und Kill Bill-Audiospur: Video
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4:47 PM
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Tags: katholizismus, Kirche, movies, music, video
28 April 2006
Das Ende des Lichtspiels
Heute hatte ich das unrühmliche Vergnügen, die Pressevorführung von Date Movie zu besuchen. Schnell kam die Frage auf: "Ist das der Arbeitstitel?" Denn viel mehr scheint nicht dahinterzustecken, als einen Film über Dates zu machen. Wobei, auch das stimmt nicht ganz. Denn im Vergleich zu sonstigen Vertretern des Genres geht es hier nur um ein einziges Date. Moment, dann stimmt der Titel ja wieder! Ach, ich sollte mich besser nicht allzu intensiv damit auseinandersetzen, wie dieses Bollwerk des nicht existenten Humors nun heißt.
Ach ja, eines hab ich fast vergessen zu erwähnen: Der Film soll ja eine Persiflage auf die Flut an Liebesfilmen sein, die uns seit Jahren überschwemmt. (Man bedenke, dass so eine Metaphorik vor einem Jahr noch höchst kritisch gewesen wäre und zu einem Rauschen im wahrscheinlich gar nicht real existierenden deutschen Feuilleton bewirkt hätte. Aber die Zeiten werden toleranter. )
Da bleibt eigentlich nur noch Kollege grenz zu zitieren, der im Theaterstück Warten auf GOTO die astroanarchosyndikalistische Revolutionsführerin Rattinger sagen lässt: "Die Gelegenheit sucht sich immer die beste Toleranz!"
Somit bleibt schlussendlich nur die Empfehlung auszusprechen: Gehen Sie ins Theater, scheißen sie auf das Kino!
(Weitere Informationen zum Film entnehmen Sie bitte einer anderen Quelle. Ich werde mich nicht soweit herunterlassen, diesen Film auch noch mit einer Inhaltsbesprechung zu würdigen. Punkt.)